Les Reines Prochaines

Les Reines Prochaines wollen ihre Welt vergrössern

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1994/95

Konzertprogramm

Sie haben vielen, ja ziemlich vielen Frauen zugeschaut wie sie Kinder gebären. So haben sie sich gedacht, sie wollen auch etwas erleben.

Nachdem sie schon öfters in den Tümmelfeldern der Ex - DDR herumgestakt sind und sich Fänzi Mitropa mit dem alten Geschenkpapier der neuen Bundesländer eingedeckt hat, denken sie sich, eine Reise in den tieferen Osten wäre wunderbar. Nun rollen sie auf quietschenden Federn und laut singend durch das schöne Böhmen in die Tschechei, wo sie in Nestini an einem Countryfestival irrtümlich für eine Hilli-Billi-Band gehalten werden. Hier stossen die Monarchinnen auf Sibylle Howard aus Seattle, die an einem Karpfenteich wässrigen Gedanken über ihre Zukunft als Countrymundharmonikaspielerin nachhängt . Nach süsser Überredungskunst der Königinnen überlässt sie das Mundharmonikaspielen den Tschechen und zieht mit ihnen mit.

Ein Geburtstagsfest, das auf der Donau hätte stattfinden sollen, fiel leider ins Wasser. Mit trockenen Kleidern und erfrischtem Mut zieht es die Damen zu den Kosakinnen, weil sie gehört haben, dass die Kosakinnen so schön singen, die singen tatsächlich unheimlich schön, allerdings nicht alle, aber ein paar. In Japan können sie nicht einreisen. Pipilotti Rast macht trotzdem einen Halt, und versucht es weiter. Die anderen wünschen ihr viel Glück.

Volksrepublik China: In den Strassen Chengdus begegnen die Königinnen dann schliesslich Michèle ChienFou die sich, mit ihrem als Fahrrad getarnten Motorrad, durch die unmengen VelofahrerInnen bewegt. Sie flucht wie ein Rohrspatz (sie fährt auf der falschen Seite).Ihre kräftige, schöne Stimme fällt ihnen sofort auf. Da sie den Bus einem Erholungsurlaubheim für Mütter überliessen, quetschen sie sich zu sechst in den Seitenwagen des Motorrades. Obwohl es eng ist, lassen sie sich die gute Laune nicht verderben und durchqueren so ganz Indien. Sie treffen einen ausgewanderten Nawaho Indianerstamm, deren Frauen ihnen einige ganz eindrückliche Kehllaute beibringen. Gaby Apurna Streiff erweist sich als sehr begabt dafür.Flügelhornspielend und Schlagzeug immitierend erklimmen sie die höchsten Gipfel des Tibets, weil einen dort die Musen leichter finden. Susi Zwicki sagt, sie sei geküsst worden ganz sicher sei sie. Durch Urwald, wo schmetternde Elephantenkühe mit der Trompete ein unerhörtes Duett ergeben, durch Wüste, Steppe und Tundra, übers Meer, wo Muda Mare in den Untiefen der Sargassosee die Liebesgesänge der Aale studiert (und sie mit einem tauchfesten Tonbandgerät auch aufnimmt) steuern sie wieder auf Europa zu.

In den Italienischen Alpen, wird Michèle ChienFou leider in ein Melodrama verwickelt, und beschliesst, es bis ans Ende durchzustehen. Die anderen lassen sie ungern zurück, ziehen aber trotzdem reich angefüllt und leicht entspannt, frisch angeregt und von Tatendrang strotzend, nachhause.

Nun sind sie wieder da; Les Reines Prochaines sind: Sibylle Hauert, Fränzi Madörin, Muda Mathis, Gabi Streiff, Technik: Sus Zwick

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